Frieden ist etwas Kostbares. Besonders jener Friede, der nicht davon abhängt, ob gerade alles gut läuft, sondern tief im Herzen verankert ist. Ein Friede, den Jesus schenkt.
„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“
Johannes 14,27
Doch genau dieser Friede kann angegriffen werden.
Wenn dein Friede für andere sichtbar wird
Menschen spüren, wenn jemand einen tiefen inneren Frieden besitzt. Sie sehen, wenn du trotz Schwierigkeiten ruhig bleibst, dich nicht provozieren lässt und nicht in jeden Streit hineinziehen lässt.
Für einen Menschen, der selbst voller Unruhe, Bitterkeit, Wut oder innerer Kämpfe ist, kann dein Friede etwas sichtbar machen, das ihm selbst fehlt.
Manche sehnen sich danach. Andere reagieren darauf mit Ablehnung, Neid oder Provokation.
Dann kann es geschehen, dass jemand versucht, dich aus deinem Frieden herauszuziehen: durch verletzende Worte, Anschuldigungen, Schuldzuweisungen, Streit oder wiederkehrende Provokationen.
Vielleicht empfindet der andere für einen kurzen Moment Erleichterung, wenn du plötzlich ebenfalls wütend, verletzt oder aufgewühlt bist. Wenn der Frieden, den er selbst nicht besitzt, auch bei dir ins Wanken gerät.
Doch das ist ein Trugschluss.
Niemand findet Frieden, indem er einem anderen den Frieden raubt.
Was im eigenen Herzen fehlt, kann nicht dadurch gefüllt werden, dass man es im Herzen eines anderen zerstört.
Nicht jeder Unfriede gehört dir
Du musst nicht jede Unruhe übernehmen, die jemand vor deine Füsse legt.
Du darfst erkennen:
Deine Wut muss nicht zu meiner Wut werden.
Deine Bitterkeit muss nicht zu meiner Bitterkeit werden.
Dein innerer Kampf muss nicht zu meinem inneren Kampf werden.
Das ist keine Lieblosigkeit. Es bedeutet, dein Herz zu bewahren.
„Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.“
Sprüche 4,23
Du darfst Menschen lieben und trotzdem Grenzen setzen. Du darfst vergeben und trotzdem Abstand halten. Frieden bedeutet nicht, alles hinzunehmen oder jede Provokation schweigend zu ertragen.
Auch geistlich wird unser Friede angegriffen
Die Bibel beschreibt unseren Kampf nicht nur als menschlich. Der Feind möchte Angst, Misstrauen, Bitterkeit, Zorn und Unruhe in unser Herz säen.
Er kann dir den Frieden, den Christus dir schenkt, nicht einfach wegnehmen – aber er kann versuchen, dich dazu zu bringen, ihn loszulassen.
Indem du dich stundenlang mit einer Verletzung beschäftigst.
Indem du Bitterkeit wachsen lässt.
Indem du dich in Gedanken immer wieder verteidigst.
Indem dein Blick nur noch auf den Menschen und das Problem gerichtet ist – und nicht mehr auf Jesus.
„Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“
1. Petrus 5,8
Das bedeutet nicht, dass jeder Konflikt automatisch ein geistlicher Angriff ist oder jeder schwierige Mensch zum Werkzeug des Teufels wird.
Der Unfriede eines Menschen kann vielmehr sichtbar machen, wo ihm selbst der Friede Christi fehlt.
Entscheidend ist deshalb auch, was dieser Konflikt in deinem Herzen hervorbringt. Denn genau dort beginnt deine Verantwortung.
Lege deinen Frieden nicht in fremde Hände
Wenn dein Friede davon abhängt, ob andere dich verstehen, respektieren, sich entschuldigen oder endlich verändern, dann hast du deinen Frieden in ihre Hände gelegt.
Doch dort gehört er nicht hin.
Manchmal besteht geistliche Stärke nicht darin, den nächsten Kampf zu gewinnen, sondern darin, gar nicht erst in jeden Kampf einzusteigen.
Du musst nicht jede Provokation beantworten.
Du musst nicht jede falsche Aussage richtigstellen.
Du musst nicht von jedem Menschen verstanden werden.
Manches darfst du vor Gott legen und sagen:
Herr, du kennst mein Herz. Du kennst die Wahrheit. Diesen Kampf übergebe ich dir.
Bewahre deinen Frieden
Dein Friede ist kostbar.
Bewahre ihn – aber verhärte dabei dein Herz nicht. Ziehe Grenzen, ohne bitter zu werden. Vergib, ohne dich immer wieder verletzen zu lassen. Liebe Menschen, ohne ihren Unfrieden zu deinem eigenen zu machen.
Denn der Friede Jesu bedeutet nicht, dass um dich herum kein Sturm mehr sein wird.
Er bedeutet, dass der Sturm um dich herum nicht zum Sturm in dir werden muss.
„Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut!“
Jesaja 26,3 (HFA)
Bewahre dein Herz.
Bewahre deinen Frieden.
Und lass dir nicht rauben, was Jesus dir gegeben hat.
